Historisches 1951-1957

Historische Bilder vom Rollkunstlaufen in den Jahren 1951 bis 1957.

Sollte jemand mehr Informationen zu den Bildern haben, dann freuen wir uns über eine Info an webmaster@rcgoettingen.de.

Die Rollkunstläuferinnen und Rollkunstläufer im Jahre 1951

Auf dem Umzugswagen beim Schützenfest im Jahre 1953

Schaulaufen der Rollkunstlaufabteilung im Jahre 1954

Fasching 1955

Gruppenbild von 1955

“Der Kipper” im Jahre 1955

1956: ein Tanzpaar im Stil der 20er Jahre

Pflichtlaufen im Jahre 1957

Zwei Rollkunstläuferinnen vom Schaulaufen 1957

Bilder: Archiv Ingrid Fetköter - Digitalisiert: Gerd Bode

Karneval 1957

Die Rollschuhabteilung der Turn- und Sportvereinigung von 1861 e.V. Göttingen hatte als Nachklang zu dem bunten karnevalistischen Treiben an den vier „tollen Tagen" zu einem Karneval auf Rollschuhen" eingeladen. Die große Jahnturnhalle war am Sonnabend und am Sonntag bis auf den letzten überhaupt verfügbaren Platz besetzt. Unter den Ehrengästen sah man unter anderen Oberbürger- meister Professor Dr. Jungmichel, Bürgermeister Kraft und Sportdezernent Müller. Nach einigen Worten der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der Tuspo 61, Rektor i. R. Kühn, begann der farbige Reigen der 23 Vorführungen, an denen alle Alters- und Leistungsgruppen beteiligt waren. Das fünfjährige „Rollschuhküken" trat ebenso in Erscheinung wie die angehende Meisterläuferin. Mit viel Liebe und großem Geschick waren von den Göttinger Läuferinnen im Laufe von vielen Wochen die einzelnen Darstel- lungen erdacht, die Kostüme unter Muttis Mithilfe geschneidert und nicht zuletzt die schwierigen Lauffiguren und Rollschuhtänze eingeübt worden.

So kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Rollschuhlauf in fast vollendeter Fertigkeit, treffend ausgewählte Musik, Humor und farbenfreudige Kostüme, die einige unserer eigenartigsten Erdbewohner charakterisierten, hielten die Anwesenden über fast zwei Stunden pausenlos in ihrem Bann. Immer wieder brauste der Beifall auf, belohnte die Mühe der Beteiligten und forderte zu Zugaben und Wiederholungen auf. Sehr gekonnt waren die Solo-Läufe des Ungarn-, Schweden- und Slouxmädels, der fröhlichen Winzerin, der anmutigen Balletteuse, der charmanten Pariserin und des rabenschwarzen Mohrs, um nur einige zu nennen. Aber auch die Gruppen gefielen durch ihre vielgestaltigen Einfälle und ihre manchmal geradezu ballettmäßig exakt durchgeführten Darstellungen. Im Mittelpunkt stand der südliche Tanz "Milano", den eine, aus den besten Läuferinnen der Abteilung zusammengestellte und auf "Spanisch" kostümierte Tanzgruppe mit viel Grazie und Temperament vorrollte. Erstaunlich war, daß die mit so vielen lauftechnischen Schwierigkeiten ausgestatteten Einzel- und Gruppenübungen auf dem für Rollschuhe zu glatten Parkett der Jahnturnhalle fast ohne Stürze zu Ende geführt werden konnten. Sie zeugten von großem Können und fleißiger Übungsarbeit auf dem glatten Boden. Nur die äußerst waghalsigen Sprünge und blitzschnellen Wendungen des talentierten „Mohrs" (mit Namen Rita) endeten kurz vor dem Schluß durch einen unglücklichen Sturz mit einem vorzeitigen Abbruch. Die Veranstaltung, für die Frau Perchande und Frau Fritz verantwortlich zeichneten, hat gezeigt, daß der Rollschuhsport nun auch in Göttingen im Kommen ist. Diese Sportart stellt, hohe Anforderungen an Körperbeherrschung, musikalisches Einfühlungsvermögen und Konzentration. Vielleicht ist sie gerade deshalb geeignet, zum Besten unserer heranwachsenden Jugend volle Unterstützung zu finden.
 

Text : Göttinger Tageblatt 1957 - Bilder: Archiv Ingrid Fetköter - Digitalisiert: Gerd Bode